Kunstobjekt am Limes

Der Limes in Altmannstein

Die Römer und ihre Kultur haben im Naturpark Altmühltal tiefe Spuren hinterlassen. Reste des Limes, der einstigen Grenze des Imperium Romanum zum Gebiet der Germanen, sind heute noch zu sehen. Seit 2005 gehört das Bodendenkmal obergermanisch-rätischer Limes zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Bei Altmannstein weist der Limes eine Besonderheit auf: den Limesknick. Zwischen Schamhaupten und Sandersdorf quert er die Niederung des Schambachtals. Das Tal selbst zwingt den Limes eigentlich nicht zum Verlassen seines schnurgerade nach Südosten gerichteten Verlaufs zur Donau. Dennoch greift die römische Grenze noch einmal auf einer Breite von etwa sechs Kilometern in das Gebiet nördlich des kleinen Flusses aus. Über die Gründe für diesen Umweg lässt sich nur spekulieren. Es ist aber denkbar, dass hierbei die Sicherung der Wasserversorgung eine Rolle spielte, denn nur der Schambach führt in dieser trockenen Region ganzjährig Wasser.

Westlich von Altmannstein quert der Limes erneut den Talgrund und nimmt seine ursprüngliche Richtung wieder auf. Auf der Hochfläche des Meßnerberges hat er sich als deutlich überhöhter Feldrain erhalten, ebenso die ehemalige Turmstelle WP 15/30 auf der Kuppe des Berges. In dem steilen Hangwald des anschließenden Seitentales sind streckenweise sogar die Mauerschalen und Reste des Palisadengrabens sichtbar. Östlich der Straße Altmannstein-Mendorf auf der Hochfläche des 495 m hohen „Kochberges“ liegen die Turmstellen WP 15/31 und WP 15/32. Ab hier zeichnet sich die rätische Limesmauer auf einer Strecke von über fünf Kilometern bis zum Beginn des Hienheimer Forsts noch als schnurgerader Feldweg im Gelände ab.

Welterbe Tag 2021 - digital

Das Welterbe verbindet – die LimesGemeinden im Naturpark Altmühltal!

Auch zum Welterbetag 2021 gibt es in unserer Region viel zu entdecken – in der Landschaft und digital. Für die digitale Variante gibt es ein neues Video zum UNESCO Welterbe „Grenzen des Römischen Reiches“, das Sie unter dem folgenden Link mit dem Titel „Welterbe in den LimesGemeinden digital 1“ aufrufen können: https://youtu.be/7qllz3mkSVs

Begeben Sie sich mit Christian Wagner, 1. Vorsitzender der sechs LimesGemeinden und 1. Bürgermeister des Marktes Kipfenberg, auf einen Streifzug entlang des Limes in unserer Region.

Wer das UNESCO Welterbe „Grenzen des Römischen Reiches“ im Landkreis Eichstätt selbst entdecken möchte, kann dies entlang einer Strecke von über 50 Kilometern. Denn im Markt Titting, Gemeinde Walting, Markt Kinding, Markt Kipfenberg, Gemeinde Denkendorf und Markt Altmannstein sind an vielen Stellen noch Spuren der römischen Herrschaft zu erkennen. Bis heute ist die einstmals römische Befestigungsanlage mal als Steinwall sichtbar, mal als schnurgerader Weg und manchmal deutlich als Hecke in der Landschaft auszumachen. Auch Spuren der Palisaden und Fundamente vieler Wachtürme sowie das Kastell Vetoniana in Pfünz sind noch lebendige Zeugnisse der römischen Grenzanlage. Neu errichtete Wachttürme wie zum Beispiel in Kipfenberg und im Tittinger Ortsteil Erkertshofen lassen erahnen, wie das Zusammenleben der Soldaten auf engstem Raum war. Heute verbindet diese Grenze die LimesGemeinden, denn sie wollen das kulturelle Erbe für Bürger und Gäste weiterhin sichtbar machen.

Sie, liebe Besucher, sind eingeladen, der Deutschen Limesstraße von Ort zu Ort zu folgen, auf dem Limesradweg der Geschichte näher zu kommen oder zu Fuß – wie die Römischen Soldaten –  auf den ausgeschilderten Limeswanderwegen das Bodendenkmal zu entdecken. Faszinierende Zeugnisse der Vergangenheit sind auch im Römer und Bajuwaren Museum Burg Kipfenberg zu entdecken. Dort befindet sich auch der Infopoint Limes. Kunstwerke an markanten Standorten in den sechs Gemeinden vermitteln als KUNSTamBANDamLIMES, die römische Geschichte in moderner Sprache.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Entdecken und Erleben des mit Abstand größten Bodendenkmals in Mitteleuropa, das uns auch in diesen Zeiten miteinander verbindet und zum Dialog, zum Austausch und zur Zusammenarbeit einlädt.  

Römerspuren entdecken

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Der Limes, im Volksmund auch Teufelsmauer genannt, verlief quer durch den heutigen Naturpark Altmühltal. In seinem Hinterland zeugen Städte mit Tempeln und Thermen, Kastelle und Gutshöfe von der hochstehenden Kultur in den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt. Ab dem Jahr 15 v. Chr. bis 16 n. Chr. eroberten die Stiefsöhne des Kaisers Augustus, Drusus und Tiberius, das Land nördlich der Alpen zunächst bis zur Donau. Unter Domitian drangen die Römer weiter vor. In seinem letzten befestigten Ausbau bestand der Limes Raeticus zwischen Lorch, Aalen, Gunzenhausen, Weißenburg, Kipfenberg, Altmannstein und Eining an der Donau aus einer Steinmauer, in regelmäßigen Abständen durch Wachtürme ergänzt. Mit Feuerzeichen konnten die Wachposten schnell Hilfe herbeiholen, wenn Gefahr drohte. Bei größeren Überfällen wurde Hilfe bei den Truppenlagern angefordert, die strategisch gut verteilt im Hinterland lagen. Ein gut ausgebautes Netz von Straßen, technische Meisterleistungen römischer Ingenieure, die bis in die Neuzeit benutzt wurden, ließ den Transport von Menschen, Nachrichten und Waren zügig rollen. Das Land an der Altmühl blühte unter römischer Herrschaft.

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