26. Juni 2026
Seit 75 Jahren gemeinsam zum Erfolg
Der Vorläufer des Tourismusverbands Naturpark Altmühltal wurde 1951 gegründet
Sonderausstellung in Eichstätt
„Das schöne Altmühltal wirbt“ lautete die Schlagzeile in der Zeitung am 10. Februar 1951, nachdem die Gebietsgemeinschaft Naturpark Altmühltal sich in Eichstätt getroffen hatte. Diese war damals erst wenige Wochen alt: Im Januar hatten Vertreter der damaligen Landkreise Eichstätt, Weißenburg, Beilngries, Riedenburg und Kelheim sowie der Stadt Eichstätt sie in Beilngries aus der Taufe gehoben. Im Laufe des Jahres 1951 kamen noch die Landkreise Gunzenhausen und Hilpoltstein dazu, sowie zahlreiche Städte und Gemeinden. Sie hatten sich zur Zusammenarbeit über alle verwaltungstechnischen Grenzen hinweg entschlossen – und damit den Grundstein für eine Erfolgsgeschichte gelegt. Eine Sonderausstellung, die vom 30. Juli bis 23. August 2026 im Informationszentrum Naturpark Altmühltal in Eichstätt zu sehen ist, wirft einen Blick zurück auf die Meilensteine der Vergangenheit und blickt nach vorn auf die Herausforderungen der Zukunft.
Ein Besuch der Ausstellung zeigt, dass die großen touristischen Themen sich seit den 1950ern kaum verändert haben. Radeln, wandern und bootwandern, die römische Geschichte und die zahlreichen Burgen standen schon in den ersten Prospekten im Fokus. Früh setzte sich im Naturpark Altmühltal auch die Erkenntnis durch, dass Landschaftsschutz und erfolgreicher Tourismus Hand in Hand gehen müssen. 1969 wurde im Neuen Schloss in Pappenheim der Verein Naturpark Altmühltal (Südl. Frankenalb) e.V. gegründet und übernahm zunächst einen Großteil der Werbeaufgaben. Das folgende Jahrzehnt war geprägt von Investitionen in die touristische Infrastruktur. Wanderwege, Lehrpfade, Fahrradwege und die Bootswanderstrecke entstanden. Römische Bauwerke wurden rekonstruiert und Fossiliensteinbrüche für Hobbysammler wurden eröffnet.
In den 1980ern markierte der Beitritt als Gebietsausschuss zum Tourismusverband Franken einen wichtigen Schritt in der Entwicklung. Die Verbandsarbeit wurde mit dem neuen Geschäftsführer Franz Xaver Uhl neu strukturiert und professionalisiert. Zahlreiche neue Mitglieder kamen hinzu. Bis heute kümmert sich der Verband darum, den Tourismus sowie die nachhaltige ländliche Entwicklung im Verbandsgebiet zu fördern – unter anderem durch einen gemeinsamen Markenaufritt, durch die Planung und Umsetzung von Tourismusprojekten und schlagkräftigen Marketingmaßnahmen und durch die Vertretung touristischer Interessen auf politischer Ebene.
Touristische Pionierarbeit
Oft wurde im Naturpark Altmühltal Pionierarbeit in Sachen Tourismus geleistet. So entstand mit dem Altmühltal-Radweg, dessen Teilstück zwischen Eichstätt und Kipfenberg 1979 fertiggestellt war, der erste Fernradweg in Bayern und 1989 öffnete in Eichstätt das erste Informationszentrum eines deutschen Naturparks die Türen. 1997 startet der Naturpark Altmühltal ins Online-Zeitalter – im selben Jahr wurde auch ein modernes Tourismuskonzept für die Region entwickelt, das 2018 fortgeschrieben wurde. Die neue, verbesserte Website, die ab 2001 zu erreichen war, wurde in den Folgejahren im Wettbewerb „de.stination“ des Deutschen Tourismusverbands zweimal unter die drei besten touristischen Internetauftritte in Deutschland gewählt.
Internationale Anerkennung
Auch die Entwicklung des Angebots ging weiter. So sind etwa seit 1995 die Freizeitbusse mit Fahrradanhänger unterwegs. Für Wanderer entstand der Altmühltal-Panoramaweg, der seit seiner Eröffnung 2005 als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ zertifiziert ist und den Startschuss zu einer Qualitätsoffensive in Sachen Wandern gab. Im selben Jahr wurde der Obergermanisch Raetische Limes in das UNESCO-Welterbe „Grenzen des römischen Reiches“ aufgenommen. Die Georegion Naturpark Altmühltal, Heimat des Archaeopteryx, gehört zu den 100 weltweit bedeutendsten Fossilienfundstätten, wie die International Union of Geological Sciences im Jahr 2022 bestätigte.
Heute ist die starke touristische Marke Naturpark Altmühltal weithin bekannt. Die Region verzeichnet über zwei Millionen Übernachtungen im Jahr. Der Tourismus ist zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden, der für rund 6000 Arbeitsplätze sorgt. Die Freizeitangebote, die in den vergangenen Jahrzehnten entstanden sind, schaffen auch Lebensqualität für die Menschen vor Ort. Die Basis für diesen Erfolg bildet die gute Zusammenarbeit unter den Mitgliedsorten und Gebieten, über Gemeinde-, Landkreis- und Bezirksgrenzen hinweg – genau wie vor 75 Jahren.
